25 Jahre Partnerschaft Deutsche und Japanische Romantische Straße

Stationen einer außergewöhnlichen Jubiläumsreise: In der schnelllebigen Touristik ist eine solche Beziehung über ein Vierteljahrhundert und die halbe Welt hinweg die Ausnahme. Wie intensiv diese Freundschaft gelebt wird, zeigte die Jubiläumsreise einer Delegation der ältesten deutschen Ferienstraße im Juni zum japanischen Pendant. Reisebericht von Gerd-Niels Wötzel, Chefredakteur und Herausgeber des Onlinemagazins gruppenreisen-clicks.de

 

Im Land der aufgehenden Sonne vertraten 23 Teilnehmer unter Leitung von Jürgen Wünschenmeier, Geschäftsführer der Romantische Straße Touristik Arbeitsgemeinschaft, nahezu alle Teile der deutschen Reiseroute. Nach acht Tagen war jeder begeistert: von den mitreißenden Landschaftskontrasten und der bezaubernden Natur, vom faszinierenden kulturellen Erbe und von köstlichen kulinarischen Genüssen. Vor allem beeindruckte die überwältigende Gastfreundschaft, die der Reisegruppe bei der Bustour von Ueda bis Nikko entgegengebracht wurde.

 

Unauslöschliche Eindrücke, spannende Einsichten und interessante Erkenntnisse zu Land und Leuten, nicht zuletzt auch heitere Erinnerungen im Spannungsfeld von Kimono und Krachledernen, deutschem Volkslied und japanischer Teezeremonie, Nippons Bade- und Hygienekultur sowie des letztlich zugunsten asiatischer Stäbchen ausgegangenen „Besteckkampfes“ gegen europäische Messer, Gabel und Löffel. Das war ein generelles Fazit nicht nur der zumeist aus Japan-Novizen bestehenden „Romantik-Gruppe“, sondern auch von Andreas Schmid. Der stellvertretende Geschäftsführer des Tourismusverbands Pfaffenwinkel hatte die Reise mit koordiniert und war bereits zum dritten Mal in Nippon und „von der Gastfreundschaft immer wieder begeistert! Die Menschen, die Herzlichkeit, zuvorkommend, ehrlich… es macht immer wieder viel Freude nach Japan zu kommen“. Auch die Bürgermeister Friedrich Wieth aus Schillingsfürst und Johann Gschwill aus Halblech sowie Regina Dauch vom Kultur- und Verkehrsamt Weikersheim waren sich einig: Mit diesen hervorragenden Programm legte Nippon die Messlatte hoch für den Gegenbesuch einer Delegation der Japanischen Romantischen Straße unter deren langjährigem Vorstand Sakae Kumawaga im November. „Aber wir sind gut gerüstet“, meinten dazu Rothenburgs ehemaliger Tourismuschef Johann Kempter und der häufig als „Bruder“ gefeierte Füssener Hotelier und Ehrenbürger von Numata Willi Schwecke, zwei Pioniere der Partnerschaft.

 

Top: Wetter und Reiseleitung von Yukiko und Peter Blumenstengel

Das unvergessliche Reiseerlebnis hatte mehrere Gründe: exakte Planung, abwechslungsreiche Route, reizvolle Orte, spannende Events und das Wetter. Statt kalendermäßigem Regenzeit-Unbill frühsommerlicher Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Mit einer Ausnahme. Ein sintflutartiger Gewitterregen verkürzte die Besichtigung der dreifachen UNESCO-Welterbe-Stätten in Nikko als finalem Kultur-Höhepunkt. Aber auch durch die Reiseleitung bleibt die Tour in bester Erinnerung. Yukiko Blumenstengel machte kenntnisreich mit den Highlights und Kleinoden an der Route bekannt. Peter Blumenstengel, DZT-Repräsentant und „Deutschland-Werber vor Ort“ seit 23 Jahren, vermittelte kurzweilig viel Background-Wissen über Land, Bewohner, Lebensweise, Eigenheiten.

 

Die Bedeutung dieser Partnerschaft zwischen beiden Erlebnisrouten untermauerten  Empfänge und Welcome-Dinner, die hochrangige Vertreter der Politik und Tourismuswirtschaft Japans sowie Bürgermeister, Gemeinderäte und Verwaltung zur Begrüßung der deutschen Gäste ausrichteten – von der Jubiläumszeremonie in Maebashi bis zum festlichen Abschlussdinner in Numata. Doch der Reihe nach…

 

Hoch hinauf in der Millionen-Mega-Metropole

Landung nach knapp zwölf sanften Stunden im Lufthansa-Großraumflugzeug A 380 und siebenstündiger Zeitverschiebung am Vormittag in Tokio. Schärfer konnte der Gegensatz nicht sein zwischen pulsierender Mega-Metropole und späteren Naturerlebnissen auf den schönsten Etappen der Romantischen Straße. Zwei Tage wurden Attraktionen der inklusive Satelliten-Städte  mit nahezu 40 Mio. Einwohnern weltweit größten Menschen-Agglomeration per Nahverkehrsmittel erobert. Yukiko Blumenstengel und Kollegin „schleusten“ die Gruppe durch das riesige Stadt- und U-Bahnnetz mit oft endlosen Gängen und Rollbändern, auf denen die höflichen Japaner im Linksverkehr-Land links stehen und rechts überholen (lassen). Das war eine der ersten Impressionen für die deutsche Rolltreppen-Drängeleien gewohnte Gruppe.

 

Der nächste Eindruck: Japans Hauptstadt mit ihrer endlosen Skyline und dem 634 Meter hohen Fernsehturm Skytree als zweithöchstem Bauwerk der Welt hebt sich von anderen Wolkenkratzer-Citys ab. Beim Panorama-Blick von der 39. Etage des Ebis Garden Towers, der 45. des Rathauses und der 42. des Mori-Towers im Geschäfts- und Discoviertels Roppongi Hills fasziniert ein „Meer“ zahlloser winziger, zweistöckiger Häusern, die sich zwischen den bis zu 260 Meter hohen Himmelstürmern ducken.

 

Und eine dritte Erfahrung: Tokio ist eine grüne Stadt mit vielen großen Parks und Oasen der Ruhe unmittelbar bei den hektischen Geschäftsvierteln. So der große Shinto-Schrein im Meiji-Jingu-Park mit 100.000 Bäumen. Oder die Kaiserlichen Gärten vis-à-vis vom Businessviertel Marunouchi mit Hotels, Büros und dem von Wolkenkratzern eingezwängten Zentralbahnhof. Selbst den nahe vom Rathaus gelegenen Bahnhof des Einkaufs- und Vergnügungsviertels Shinjuku, mit über vier Millionen Passagieren täglich die meistfrequentierte S-/U-Bahnstation weltweit, umgeben zwei große Parks.

 

Die vierte Erkenntnis folgte nach Lunch und Dinner in Stadtteilen der Kulinarik-Metropole wie Asakusa, Ebisu oder Roppongi und überzeugte letzte Skeptiker spätestens an der Romantischen Straße: Die japanische Küche bietet mehr als hierzulande übliche Sushi-Angebote. Sie ist regional vielseitig, eine echte Erlebnisreise für den Gaumen. Jürgen Wünschenmeier: „Auch das zeichnet beide Straßen aus: Sie sind einzigartige Genussrouten“.

Nach zweitägigen Weltstadt-Einsichten in Nippons Way of Life rollte der Sonderbus auf dem Shin Etsu Highway nach Westen. Richtung „Romantische Straße“, hinein ins Herz der Hauptinsel Honshu des rund 3.000 km langen Inselstaats. Erstes Ziel: Maehashi, Hauptstadt der Präfektur Gunma, durch die große Teile der 350 km langen kontrastreichen Ferienstraße verlaufen. Dort erfuhr die Gruppe erstmals die großen Freundschaftsbekundungen, die sie bis zu Reiseende erleben sollten.

 

Begeisterter Empfang an der Reiseroute von Anfang bis Ende

Am Hochhaus der Präfekturverwaltung das Empfangskomitee vor glänzenden Limousinen deutscher Premium-Autohersteller im Rahmen des „Deutschen Festivals“. In der Eingangshalle das Spalier von 200 Kindern mit deutschen und japanischen Fähnchen, im Saal verbeugen sich alle Anwesenden vor den Gästen aus Deutschland, ein gemischter Chor stimmt die Nationalhymnen an, der Reigen der Festredner beginnt. An deren Spitze würdigen Präfektur-Gouverneur Masaaki Osawa und für die japanische Regierung Vizekommissar Takashi Kato (Japan Tourism Agency im Infrastruktur-, Transport- und Tourismus-Ministerium) und Yuko Obuchi (Staatssekretärin und Vizeministerin des Finanzressorts) die Bedeutung der Partnerschaft. Sakae Kumawaga und Jürgen Wünschenmeier rücken die herausragende Stellung der Romantischen Strassen im touristischen Angebot beider Länder ins rechte Licht, bevor sie den Freundschaftsvertrag zum 25-Jahre-Jubiläum unterschreiben und  Gastgeschenke überreichen.

 

Beim anschließenden Mittagessen und Smalltalk mit Vertretern der japanischen Romantischen Straße und der japanisch-deutschen Gesellschaft lernt man schnell die korrekte Begrüßung: Verbeugen, beidhändiges Übergeben und Entgegennehmen der Visitenkarte, deren Vorder- und Rückseite eingehend studiert werden soll, ehe sie nach einer weiteren Verbeugung eingesteckt werden darf. Wogen der Begeisterung schließlich für den Chorauftritt der deutschen Romantiker und Pfaffenwinkler in Lederhosen mit „Am Brunnen vor dem Tore“ und dem beliebten japanischen Volkslied „Sakura“. Von diesem Zeitpunkt an wurden Begrüßungsritual, Glückwünsche, Geschenktausch, deutsches Liedgut und japanisches Abschiedswinken obligatorische Tourbegleiter…

 

Ueda, Toomi, Komoro: Ritterspiele, Maultaschen, Kunstmuseen, Wein

Eine moderne Autobahn führt über großartige Viadukte und durch markante, moränenähnliche Bergketten in die „Japanischen Alpen“ zu der im Osten der Präfektur Nagano liegenden Stadt Ueda. Umgeben von bis über 2.000 Meter hohen Gipfeln und Thermalbädern beginnt hier die die Romantische Straße. Inmitten eines Parks mit alten Linden und Maulbeerbäumen locken Reste der 1583 erbauten Burg und ein Schrein. An die kriegerische Vergangenheit erinnern Ritterkämpfe, für die sich spontan einige Reiseteilnehmer „einrüsten“ lassen. Zum Dinner mit Bürgermeister Soujchi Motai und Vertretern der Stadtverwaltung werden neben japanischen Leckerbissen Adaptionen zünftiger Gerichte bajuwarischer und schwäbischer Herkunft aufgetischt. Schließlich hat sich hier eine beliebte „Maultaschenstraße“ und eine Gourmet-Rallye etabliert.

 

Erstes Romantik-Glanzlicht am nächsten Morgen: Vor den Toren von Ueda liegt das Städtchen Toomi mit dem alten Dorf Unnojoku, was soviel bedeutet wie „Wo die Uhr stehen geblieben ist“. Bürgermeister Toshio Hanaoka führt persönlich durch die malerische, 650 Meter lange Gasse mit liebevoll restaurierten Häusern, kleinen Geschäften und einem kleinen Heimatmuseum. Dieses kontrastiert mit dem Neubau einer Galerie mit Werken des weltweit renommierten Mundmalers Kiichi Mizumura.

 

Imposant auf einem 850 Meter hohen Hügel über der Stadt Komoro thront das neue Komoro Highland Kunstmuseum. Einer einstigen Burganlage an dieser Stelle nachempfunden, bietet es einen fantastischen Blick auf die Stadt im Tal und die mächtigen Berggipfel. Zum Mittagessen die nächste weitere Überraschung: edler japanischer Wein im Restaurant von „Manns Weingut“, einem der renommiertesten Winzer des Landes.

 

Mount Asama und Tsumagoi: Vulkanrauch, Tanuki, Tee-Zeremonie

Atemberaubend die Fahrt in der Region Karuizwa auf engen Gebirgstraßen durch kleine Weiler und sattgrüne artenreiche Wälder hinauf zum Onioshidashi Vulkanpark, über dem der 2.568 hohe und aktive Asama zunächst noch sein Haupt unter einer Wolkenmütze verhüllt und erst tagsdrauf Rauch ausstößt. Durch die wildromantische Urweltlandschaft dieses Touristen-Magneten führen Spazierwege, vorbei an riesigen Lavabrocken, zwischen denen sich die Natur mit einer faszinierenden Vielfalt von Blumen zu Wort meldet. Talwärts dokumentiert das Tsumagoi Heimatmuseum anschaulich die Aktivitäten des Asama und dessen verheerenden Ausbruch vor 227 Jahren. Im Tsumagoi Prince Hotel, einem idyllisch in Grün eingebetteten Golf-Resort kommt man in das ersehnte Onsen Bad mit 45 Grad heißem Thermalwasser, das in zahllosen Quellen an der Romantischen Straße aus der Erde strömt. Das Dinner mit gegrillter Forelle und lokalem Rinderfilet beobachten zwei Tanuki, die Waschbären ähnelnden „Marderhunde“.

 

Schmale Straßen, kleine Fachwerkhäuser, enges Flusstal, tief eingeschnittene Felsen: Tsumagoi entspricht hiesigen Vorstellungen von Romantik. Hier ist Sakae Kumagawa, der Vorsitzende von Japans Romantischer Straße, auch Bürgermeister. Vor dem Rathaus pflanzte 1997 eine deutsche Delegation eine Linde, die längst ein stattlicher Baum ist: perfekte Bühne für eine herzliche Begrüßung und das Jubiläumsständchen mit dem „Lindenbaum“. Im Konferenzsaal versammeln sich alle Resortleiter der Verwaltung. Als Ehrengaben für die Gäste zelebrierten eine Ikebana- und eine Tee-Meisterin authentische Blumen- und Teezeremonien. „Ein besonders bewegender Moment“ erklärte daraufhin Jürgen Wünschenmeier, der an seine erste Begegnung als Junge mit „fremdartigen Menschen“, sprich Japanern, erinnerte, die im Romantische Straße-Bus durch seine Vaterstadt Feuchtwangen fuhren. „Seither fasziniert mich das Land…“

 

Mount Shirane und Kusatsu: Skiresorts, Kratersee, kaiserlicher Onsen

Sattes Grün, vielfältige Flora mit in Japan seltenen Birken, eine knapp unter 2.500 Metern endende Baumgrenze, Wildtiere inklusive der berühmten Schneeaffen, Wasserfälle: Die Fahrt über die Tsumagori-Farm mit freiem Blick auf den rauchenden Asama ist ein Naturerlebnis. Die Landschaft um die Ski-Resorts wird rauer, die Serpentinen abenteuerlicher, Schwefeldämpfe dringen aus dem Gestein. Im Manza Prince Hotel auf 1.800 Metern wird eine chinesische Mittagstafel serviert, fürs Relaxen im höchstgelegenen Onsen Japans bleibt allerdings keine Zeit. Das steht erst abends in Kusatsu auf dem Programm. Zuvor wartet aber nach einer kurvenreichen Fahrt ein weiteres Naturwunder. Zum türkisfarbenen Kratersee des 2.160 Meter hohen, aktiven Vulkans Kusatsu Shirane mit einem Traum-Panorama führt ein relativ steil trassierter, grob gepflasterter Weg.

 

Japanische Hotel-, Ess- und Badekultur dann in Nippons berühmtestem Onsenbad, dessen Musikfestival jährlich das vom Kaiserpaar besucht wird. Nach Kusatsu führt eine von Sesselbahnen und Schleppliften flankierte Schnellstraße. Der romantische, Rhododendron-gesäumte Spazierweg in das von 3 Mio. Gästen jährlich besuchte malerische Ganzjahresziel streift das Denkmal des legendären deutschen Onsen-Pioniers Dr. Erwin Baelz. Im Zentrum ist das „Yubatake“ die größte der 100 heißen Schwefelquellen und Hauptattraktion des Städtchens. Das große Dinner im Hotel Ichii, zu dem Bürgermeister Nobutada Kuroiwa die Gäste kurz begrüßt, gerät zum kulinarischen Gipfel. In bequemen Yukatas (Sommer-Kimonos) genießt die Gruppe 15 Gänge und japanisches Bier. Der Abend mündet Nippon-like in eine Karaoke-Show und ins finale Onsen-Bad, bevor die Futon-Betten des im traditionellen japanischen Stil errichteten Ryokan zur Nachtruhe einladen.

 

Lockheart und Numata: Schotten-Schloss, Heideröslein, Schuhplattler

Wie sehr das Thema der Ferienstraße verinnerlicht ist, beweist die moderne Raststätte an der Schnellstraße oberhalb von Kusatsu mit Tourist-Info, Läden und einem „Romantische Straße“-Shop mit deutschen Original-Souvenirs.

 

Schottland im Herzen von Japan? Die Romantische Straße macht es möglich beim Mittagessen im Schloss Lockheart: Der Hotelier Masahiko Tsugawa hatte den 1829 südwestlich von Edinburgh errichteten Wohnsitz des Lockheart-Clans abtragen und in Japan im Originalzustand wieder aufbauen lassen. Das Schloss ist mit seinen Sammlungen und seiner Kapelle ein beliebtes Ausflugziel und bevorzugte Hochzeits-Location.

 

Großer Bahnhof mit Bürgermeister Mikio Hoshino, Repräsentanten der Verwaltung und Musik vor und im Rathaus von Numata. Die geschichtsträchtige Burgenstadt im Herzen der Romantischen Straße besticht durch die Lage in einem weiten, waldreichen Kessel inmitten einer bis 3.000 Meter aufragenden Bergkulisse. Sie ist seit 15 Jahren Partnerstadt von Füssen. Gesellschaftlicher Höhepunkt nach einem kurzen Stadtrundgang der Galaabend im Ballsaal des Hotels Bella Vita mit Festreden von Bürgermeister, Honoratioren der Japanisch-Deutschen Gesellschaft und Ehrenbürger Willi Schwecke. Musikalischer Kontrast: eine japanische Sopranistin glänzt mit Goethes „Heideröslein“, die deutsche Gruppe stimmt „Sakura“ an. Und Jürgen Wünschenmeier stellt die Gemeinsamkeiten der beiden Ferienstraßen heraus: „Charmante, liebens- und entdeckenswerte Orte, überaus gastfreundliche Menschen, schöne Landschaften, regionale Spezialitäten“. Nachdem die deutsche Romantische Straße die einzige Ferienstrasse weltweit mit eigenem Gerstensaft ist, wünscht er sich, dass an der japanischen Route bald auch das unfiltrierte, naturtrübe „Romantik“-Bier ausgeschenkt wird…

 

Nächtliches Finale in einer Innenstadt-Kneipe, die ein Dutzend Teilnehmer noch aufsuchte: Nach einem zünftigen Pfaffenwinkler Schuhplattler spendierte das ebenso erstaunte wie entzückte Wirtspaar japanisches Bier. Kanpai! Ein Prosit der Gemütlichkeit! Den Text dieses Liedes gab’s übrigens in japanischer Übersetzung.  

 

Chuzenji-See und Nikko: 48 Spitzkehren zum dreifachen Welterbe

Hochalpin dramatisch: Die Strasse von Numata nach Nikko als letzter Station windet sich durch dichte Wälder, eine beeindruckende Bergwelt, vorbei an winzigen, kaum noch bewohnten Dörfern, kleinen Reisfeldern, Fischteichen, Wasserfällen und Skistationen. Hinauf zum von Oktober bis April wegen der Schneemassen gesperrten Konsei-Pass auf über 2.000 Meter. Noch dramatischer die Abfahrt entlang terrassenförmiger Seen und Hochmoore, die Holzstege für Wanderer erschließen. Vom Chuzenji-ko-See, einem Erholungsziel mit vielen Hotels und ausgezeichneter Freizeitinfrastruktur, führt die nun als Einbahnstraße ausgewiesene Route in 48 atemberaubend übereinander geschachtelten Haarnadelkehren hinunter in die 19 km entfernte Stadt Nikko: eines der berühmtesten Ziele in Japan, Nationalpark und „heiliger Boden“, auf dem Shintoismus und Buddhismus  zusammengeführt wurden. Nach dem Mittagessen mit Nikkos Bürgermeister Fumio Saitou im Seikoen Hotel steht eigentlich die Besichtigung der drei Welterbestätten Toshogu Schrein, Futarasan-jinja Schrein, und Rin’no-ji Tempel auf dem Programm. Die beiden letzteren fallen buchstäblich ins Wasser. Doch allein der Toshogu Schrein, das prachtvolle Mausoleum für den ersten Shogun, Tokugawa Ieyasu, mit seinen großartigen Schnitzereien, faszinierenden Motiven und den weltberühmten „Drei Affen“ begeistert die Gruppe. Und macht Appetit auf ein Wiederkommen…

 

Letzte Ausfahrt: Narita

Es heißt nun Abschiednehmen: Auf der Fahrt von Nikko zum Radisson Hotel beim Flughafen Narita grüßt noch einmal Tokios Skyline. Abendessen, Dank an die Yukoki und Peter Blumenstengel, erstes Schwelgen in Erinnerungen, ein letztes Kanpai an der Hotelbar, eine kurze Nacht. Um 9.30 Uhr startet der A 380-Airbus.

 

Sayonara Japan! Magókoro kara yokoso – herzlich willkommen – japanische Delegation im November in Deutschland an der Romantischen Straße!