Romantische Straße in Brasilien

Im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul erstreckt sich zwischen dem Flachland des Flusses "Rio dos Sinos" und der Hochebene "Serra Gaúcha" auf einer Länge von knapp 200 Kilometern die Rota Romântica, die Romantische Straße Brasiliens, die nach dem deutschen Vorbild entstand.

 

Die dreizehn Städte der Rota Romântica sind das ideale Ziel für Reisende, die in Brasiliens ein besonderes Gebiet mit atemberaubenden Landschaften, ruhigen Ortschaften und köstlicher Bauernküche suchen: Täler, Weiden, Wasserfälle und bunte Gärten bilden die herrliche Natur dieser Region. Architektur und Kultur spiegeln den vorherrschenden Einfluss der deutschen Einwanderer mit tiefsitzenden kulturellen Wurzeln wider. Folklore, die für den Süden Brasiliens kennzeichnende Gaúcho-Kultur“ und die deutsche Kultur werden hier groß geschrieben. Im Jahre 1824 begann die Geschichte der Region: Auswanderer, die aus dem Hunsrück, aus Pommern und weiteren schwach strukturierten Gegenden Deutschlands kamen, siedelten sich an und begannen das Land landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Trotz aller Entbehrungen gelang durch den Fleiß, der Ausdauer und des Mutes der Pioniere einen bislang in Brasilien nicht vorhandenen Mittelstand zu etablieren, waren die Neubürger alle im Besitz von Land, das sie günstig erstehen konnten und für sie die Grundlage ihrer Existenz bildete. Es wurden Wege gebaut, Äcker und Viehweiden angelegt und eine soziale Struktur geschaffen, die die Menschen in Rio Grande del Sul bis zum heutigen Tage zusammenschweißt. Auch wenn es in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts verboten war deutsch zu sprechen, hat sich die Sprache bis zum heutigen Tage gehalten und wird entlang der Rota Romantica auch heute noch in den Schulen gelehrt, so dass es für Besucher aus Deutschland zu keinen Kommunikationsproblemen entlang der Route kommt. Die großen Agrarflächen prägen die Region noch immer: endlose Weideflächen sind die Grundlage für eine blühende Viehwirtschaft und die Lederindustrie, zahlreiche Schuhfabriken beliefern den Weltmarkt. Ein weiteres wirtschaftliches Standbein ist die Möbelindustrie und der Tourismus. Alleine die Stadt Gramado verbucht jährlich weit über zwei Millionen Übernachtungen und bei den Besuchern aus den brasilianischen Ballungsgebieten erfreut sich der deutsche Abend in Novo Hamburgo größter Beliebtheit: Bei deutscher Musik und deftigen Speisen knüpft man an die Traditionen der Einwanderer an. Deren Geschichte kann dort ebenfalls im Einwanderermuseum hautnah erlebt werden: inmitten eines Parks wurden historischer Häuser aufgebaut, von der Kirche, der Schule bis zum Friedhof kann die Geschichte der deutschen Siedler und deren Lebensweise von Anbeginn an nachvollzogen werden. Einer der Gründe, warum Millionen von Brasilianern an der Rota Romantica Urlaub machen, ist der dort vorhandene Jahreszeitenzyklus, der in dem endlos erscheinenden Land nur dort nachvollzogen werden kann, von der Blüte im Frühling, zur Herbstfärbung der Platanen bis hin zu Temperaturen um den Gefrierpunkt. Besonders hervorzuheben ist die Gastfreundschaft entlang der Route, die durch die am 15. Oktober 2007 in Friedberg besiegelte Partnerschaft noch stärker ausgeprägt wurde, zumal durch gegenseitige Besuche Freundschaften geschlossen und Kontakte geknüpft wurden, die die Bewohner beider Ferienstraßen verbinden. Weitere Gemeinsamkeiten sind Kunst, Kultur und Kulinarik – der Besuch einer der Churrascerias ein Muss bei einem Besuch im Süden Brasiliens.
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